Sorgerechtsverfügung

Verwandle große Schwierigkeiten in kleine
und kleine in gar keine“
(Lebensweisheit)

Sorgerechtsverfügung

Verwandle große Schwierigkeiten in kleine
und kleine in gar keine. „
(Lebensweisheit)

Eltern mit minderjährigen Kindern haben im Alltag meist andere Sorgen, als darüber nachzudenken, was mit Ihren Kindern passiert, falls der schlimmste Fall eintritt und die Eltern nicht mehr da sind. Verliert dann ein Kind seine Eltern, ist zumeist nicht klar, wer das Sorgerecht übernimmt.

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie als Eltern einen Vormund für Ihre minderjährigen Kinder bestimmen, der im Fall Ihres Todes die elterliche Sorge übernehmen soll. Das Familiengericht muss Ihre Wünsche beachten, wenn sie dem Wohl des/der Kinder nicht entgegenstehen.

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Was ist eine Sorgerechtsverfügung?

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Eltern im Voraus festlegen, wer im Falle Ihres Ablebens, die eigenen Kinder rechtlich vertreten und damit Vormund sein soll. Die Sorgerechtsverfügung muss einige formale Anforderungen erfüllen, um vom Gericht anerkannt zu werden. Laut § 2247 BGB muss die Verfügung persönlich und handschriftlich verfasst werden und mit Vor- und Nachnamen unterschrieben sein. Außerdem muss das Datum der Unterschrift vorhanden sein.

Es reicht daher nicht aus, ein Dokument mit dem Computer zu erstellen, auszudrucken und zu unterschreiben. Für Ihre handschriftliche Sorgerechtsverfügung können Sie sich an einem Formulierungsbeispiel orientieren, dass ich Ihnen in meinem Downloadbereich zu Verfügung gestellt habe.

Wer sollte eine Sorgerechtsverfügung erstellen? 


Alle Elternteile, die das Sorgerecht für minderjährige Kinder innehaben und wollen, dass im Falle ihres Ablebens, die weitere Entwicklung ihrer Kinder im eigenen Sinne weitergeführt wird. Wenn Sie sicherstellen möchten, dass alles für das Wohl Ihres Kindes in der Zukunft geregelt ist, egal was passiert, ist eine Sorgerechtsverfügung sinnvoll, um das Wertvollste, was wir besitzen, unsere Kinder, in Hände zu geben, denen Sie vollumfänglich vertrauen.

 

Was passiert im Todesfall, wenn keine Sorgerechtsverfügung vorliegt?

Sollten beide Eltern gleichzeitig, zum Beispiel durch einen Unfall sterben und es gibt keine Sorgerechtsverfügung, muss das Gericht einen geeigneten Vormund finden. In allererster Linie versucht das Gericht einen Familienangehörigen, zum Beispiel die Großeltern zum Vormund zu bestellen. Sollten keine geeigneten Angehörigen oder andere Personen (zum Beispiel ehrenamtlicher Vormund oder Berufsvormund) vorhanden sein, wird ein Amtsvormund (dies sind Mitarbeiter des Jugendamtes) zum Vormund und Vertreter des Kindes bestellt.

Auch zu Lebzeiten der Eltern kann das Sorgerecht für die eigenen Kinder verloren gehen. Das Familiengericht kann das elterliche Sorgerecht einschränken oder vollständig entziehen, wenn eine Gefährdung des Kindeswohls oder des Vermögens des Kindes vorliegt. Dies kommt in letzter Zeit leider immer häufiger vor.

Da der Richter des Familiengerichts das Kind nicht wirklich kennt, ist es natürlich nicht optimal, wenn das Gericht festlegen muss, was nach dem Versterben der Eltern das Beste für das Kind ist. Häufig fällen die Familienrichter eine Entscheidung nach Aktenlage gemeinsam mit dem Jugendamt. Außerdem lässt das Gericht in der Regel ein Gutachten erstellen. Die ist für das betroffene Kind zumeist extrem belastend, da es ja bereits den Verlust der Eltern verkraften muss. Diese zusätzliche Belastungssituation ist unnötig und beschädigt unter Umständen die weitere Entwicklung des Kindes.

Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie ihr Kind vor solch einer Extremsituation schützen. Es wird sofort vom vorgesehenen Vormund aufgefangen und unterstützt.

Was müssen alle sorgeberechtigten Alleinerziehenden beachten?

 

Versterben Alleinerziehende mit alleinigem Sorgerecht, geht das Sorgerecht automatisch zurück an den anderen Elternteil, egal ob er sich bis dahin um die Kinder gekümmert hat oder nicht. Es wird allerdings vom Gericht geprüft, ob dies auch dem Kindeswohl entspricht.

Bei Alleinerziehenden ist daher die Frage, wer für die weitere Erziehung des Kindes verantwortlich sein soll, besonders wichtig. Wenn der sorgeberechtigte Alleinerziehende nicht wünscht, dass der überlebende Elternteil das Sorgerecht bekommt, ist eine Sorgerechtsverfügung, in der dies ausdrücklich angegeben ist, unerlässlich. Wichtig ist hierbei, dass gewichtige Gründe hierfür vorliegen und in der Sorgerechtsverfügung auch genannt sind. Der überlebende Elternteil ist aufgrund des besonderen Verwandtschaftsverhältnisses für das Gericht natürlich besonders relevant. Daher muss sich aus der Verfügung klar ergeben, warum der andere Elternteil gegebenenfalls nicht geeignet ist, das Sorgerecht für die Kinder zu bekommen. Die Gründe sind so zu formulieren, dass auch Jemand, der die Familienverhältnisse nicht kennt, plausibel nachvollziehen kann, warum der überlebende Elternteil nicht in Frage kommt.

Was muss in einer Sorgerechtsverfügung geregelt werden?

Der Verfügende legt eine Vertrauensperson als Vormund bereits zu Lebzeiten fest. Das können Familienangehörige, aber auch andere Vertrauenspersonen, wie zum Beispiel enge Freunde der Familie sein. So wissen Vormund, Eltern und Kinder, was im schlimmsten Fall passiert und wer helfen kann. Da sich Lebenspläne immer wieder ändern, ist es durchaus sinnvoll, eine zweite Person, sozusagen als Ersatz, als Vormund vorzuschlagen, falls die erste Person im Falle eines Falles nicht mehr zur Verfügung steht. Wichtig ist natürlich mit allen, in der Verfügung vorgeschlagenen Personen vorab zu sprechen, damit Diese der möglichen Vormundschaft zustimmen und darauf eingestellt sind.

Sehr wichtig ist es, den Umfang der Vertretung klar zu definieren. Zumeist werden alle Aspekte einer Vormundschaft auf eine Person übertragen, also die Sorge um das Kind und Ihre Erziehung, Gesundheit, Schule usw. und die Sorge um das Vermögen. Es ist auch durchaus möglich, zwei Personen mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben zu benennen. Hat das Kind beispielsweise Vermögen, wäre es durchaus denkbar, die Vermögenssorge einer darin kompetenten Person zu übergeben und die Sorge um Erziehung, Gesundheit, Schule etc. einer anderen Person zu übertragen. Es ist auch möglich, in der Sorgerechtsverfügung bestimmte Auflagen festzulegen. 

Wie oben (Was müssen alle sorgeberechtigten Alleinerziehenden beachten?) schon erklärt, ist festzulegen, ob Personen von der Vertretung ausdrücklich ausgeschlossen werden sollen. Wichtig ist dann eine ausführliche plausible Begründung, damit das Familiengericht die Entscheidung zum Sorgerecht nachvollziehen und entsprechend berücksichtigen kann.

Kann ich eine Vorlage nutzen und was muss ich beachten?

Selbstverständlich können Sie Vorlagen benutzen. Ich habe Ihnen eine solche hier (Downloadbereich) bereitgestellt. Allerdings sollten Sie Vorlagen immer darauf prüfen, ob sie Ihren Bedürfnissen entsprechen und alle Eventualitäten, die für Ihre spezielle Lebenssituation wichtig sind, auch abbildet.

Die Sorgerechtsverfügung muss allerdings einige formale Anforderungen erfüllen, um vom Gericht anerkannt zu werden. Laut § 2247 BGB muss die Verfügung persönlich und handschriftlich verfasst werden und mit Vor- und Nachnamen unterschrieben sein. Außerdem muss das Datum der Unterschrift vorhanden sein.

Es reicht daher nicht aus, ein Dokument mit dem Computer zu erstellen, auszudrucken und zu unterschreiben.

Das Dokument ist in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 6 Monate) mit jeweiligem Datum nochmals zu unterschreiben, so kann das Gericht erkennen, dass sich Ihr Wunsch über die Zeit nicht verändert hat.

Gern können Sie sich bei Fragen zur Sorgerechtsverfügung und auch umfangreicheren oder spezielleren Fragestellungen an mich wenden. Kontaktieren sie mich gern.